Theologie, Religionswissenschaft und Lebensfragen

Der Autor Ian McEwan hat in einem Interview mit Finn Canonica über seinen neuen Roman Solar, Männer, Wissenschaft und Alter diskutiert.Im Verlauf des Interviews sagt Ian McEwan:

«Es liegt eine gewisse Grösse im materialistischen Leben. Die Welt ist grossartig, auch wenn wir keinen übergeordneten Sinn irgendwo entdecken. Wir brauchen keinen metaphysischen Überbau, keine Spiritualität, die alles in einem höheren Kontext verankert. Es ist okay, wenn man das Leben geniesst, sich um seine Mitmenschen kümmert, Beziehungen pflegt, sein Geld anständig verdient. Es ist einfach okay. Niemand braucht sich dafür zu schämen.»

Quelle: Das Magazin, No 42, 2010, Seite 32

Ianmcewan
Ian McEwan

Ein Bericht vom 22.4.2010 der 3sat-Kulturzeit zeigt auf, wie fundamentalistische Gruppierungen nicht nur im Islam, sondern auch im Christentum – in desem Fall in der katholischen Kirche – ihr Programm der Weltveränderung realisieren wollen.

Das im Video erwähnte Buch:

Depeche Mode veröffentlichte den Song «Personal Jesus» 1989. Das Rolling Stones Magazin platzierte den Song 2006 auf Platz 368 der 500 grössten Songs aller Zeiten gesetzt. Marilyn Manson, Jerry Williams, G&G und Johnny Cash haben Cover-Versionen des Songs veröffentlicht.

Der Song wird in drei unterschiedlichen Richtungen interpretiert:

1. Die religiöse Interpretation

Die religiöse Interpretation geht davon aus, dass Titel und Text des Songs bereits alles aussagen. Es geht um den persönlichen Jesus, dem sich ein Gläuber Read more…

Die Einführungsvorlesung Philosophie zum Thema Tod von Shelly Kagan kannst du dir auf der Seite der Yale Open Coures in allen Teilen Online anschauen. Die Vorlesung wird in Englisch gehalten und ist aus meiner Sicht gut verständlich.

http://oyc.yale.edu/philosophy/death/

Die Videos sind auch im Youtube Kanal der Yale University eingestellt:

http://www.youtube.com/user/YaleCourses#p/c/EA18FAF1AD9047B0

Für einen direkten Eindruck hier die zweite Vorlesung zum Thema «The nature of persons: dualism vs. physicalism» via Youtube.

Jenseits des Lebens – Unser Umgang mit dem Tod
von 3sat.delta: Mediathek-Beiträge
Video, 42:41 Minuten

Gespräch vom 25.10.2007: delta fragt nach dem Umgang mit Sterben und Tod in verschiedenen Weltreligionen und Kulturen und ihren Bildern von einem Leben nach dem Leben. Bestätigen oder widerlegen die Naturwissenschaften, allen voran die Nahtodforschung in der Neurobiologie, die Jahrtausende alten Jenseits-Vorstellungen? Darüber spricht Gert Scobel mit dem Religionswissenschaftler Michael von Brück und dem Arzt Paul W. Schönle.

Gertrud Kolmar (1894-1943)
Victor Klemperer (1881-1960)
Etty Hillesum (1914-1943)

Im Tutorium des BSTR vom 3. Juni 2009 haben wir uns anhand ausgewählter Texte und Referate dem Umgang mit existentiellen Krisen zugewandt. Mit einer gewissen Scheu tauche ich ein in die Gedanken dreier Autoren. Ihre Krisen waren nicht nur, aber vor allem die Konfrontation mit der NS-Dikatur. Die Lyrikerin Gerdrud Kolmar und die Juristin Etty Hillesum haben diese Zeit nicht überlebt. Der Romanist Victor Kleperer lebte bis 1960 in der DDR.

Ihre Texte sind Zeitzeugnisse und persönliche Verarbeitung erlebter Lebensbedrohung. Aus der Sicherheit und Freiheit des Theologischen Seminars Basel blicke ich in die Zelle, in die Lagerbarake und in ihr Gotteserleben inmitten der Traumatisierung. Ist es angemessen, aus dieser Perspektive Einsichten über meine Gotteserfahrung zu gewinnen? Sie kämpften um «neue Wörter, die noch längst nicht geboren sind» und werfen damit Licht aus dunkelsten Stunden in meine Tage. Das ist ihre Hoffnung: «Ich würde gerne am Leben bleiben, um die neue Zeit vorbereiten zu helfen und das Unzerstörbare in mir für die neue Zeit aufzubewahren, die sicherlich kommen wird. Sie kommt täglich näher, ich spüre es doch.»

Ihre Stimmen zu hören ist Last und Verantwortung. Und Lust: Nichts drängt mich mehr zur Hoffnung als ihre Bilder, ihre Leere, ihr eigener Gott. Unzerstörbar sind sie geblieben, für die neue Zeit. (Zitate im Text von Etty Hillesum)

Der du dies liest, gib acht;
Denn sieh, du blätterst einen Menschen um.
Doch ist es dir aus Pappe nur gemacht,
Aus Druckpapier und Leim, so bleibt es stumm
Und trifft dich nicht mit seinem großen Blick,
Der aus den schwarzen Zeichen suchend schaut,
Und ist ein Ding und hat ein Dinggeschick.

(Gertrud Kolmar)

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Gerne weise ich hin auf die Buchbesprechung zu Keshavjee, Shafique – Der König, der Weise und der Narr in meinem Blog Text-Spot. !

Die Zeitschrift der Tertianum-Gruppe, Ausgabe Nr. 47, ist dem Thema Religiosität und Spiritualität im Alter gewidmet. Die exzellenten, kurzen Beiträge sind auf der Website der Tertianum-Gruppe auch als PDF erhältlich.

Hugo Stamm zeigt in seinem Beitrag «Kirchen am Ende?» die Entwicklung der offiziellen Religion in der Schweiz. Er schreibt u.a.: «Inzwischen haben religiöse Zugehörigkeit und Glaube stark an Bedeutung verloren.» Kein Zweifel, die institutionalisierte Frömmigkeit hat aus gutem Grund einen immer schwereren Stand. Aber hat «Glaube» keine Bedeutung mehr? Stamm selbst widerspricht dem einige Sätze weiter: «Die Mehrheit [der Jungend] kann sehr wohl etwas mit Fragen nach Glauben und Religion anfangen, sie besetzen die Begriffe hingegen durchwegs mit positiven Werten.» Nicht nur die religiösen Institutionen, wir alle können dabei nur von der Jugend lernen. Anfangen kann ich damit in der eigenen Familie.

Theologie und Religionen interessieren mich seit der Jugendzeit. Entschieden habe ich mich dann für ein Physikstudium an der ETH Zürich. Einige Vorlesungen an den Theologischen Fakultäten der Universität Zürich und der Universität Basel habe ich neben Studium und späterer Berufstätigkeit besucht. “In der Mitte des Lebens” – ich bin Jahrgang 1959 – habe ich mir zum Ziel gesetzt, mich noch einmal intensiver mit Fragen der Theologie, der Religionswissenschaft und der Spiritualität auseinanderzusetzen. Anfang 2008 bin ich auf das Angebot der Uni Basel gestossen: BSTR – Berufsbegleitendes Studium der Theologie und Religionsphilosophie. Das Programm läuft unter dem Advanced Study Center der Universität. Eingestiegen bin ich im Sommer 2008 mit dem zweiten Teil des Jahresthemas “Gott”. Im Jahr 2009 befassen wir uns nun mit dem Thema “Zeit”.

Das BSTR brint mir viele Impulse, intellektuelle Herausforderungen und last but not least die Begegnung mit neuen Menschen. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bringt seine Vorkenntnisse, Interessen und Lebenserfahrungen ein. So erleben wir einen unnachahmlichen Mix aus Wissenschaft und Lebenspraxis.

Diese Erfahrungen sind für mich Anlass, einen neuen Blog zu starten unter dem Titel

t h e o – B – l o g i e